Urkorn mit heilender Wirkung

Gerste – eine der ältesten Kulturgetreidearten überhaupt. Als guter Eiweisslieferant und mit seiner gesundheitsfördernden Wirkung findet das Getreide nicht nur in der Herstellung von Bier Gebrauch

Laura Spielmann

Wussten Sie, dass Gerste dank archäologischer Funde bereits vor 800 000 Jahren nachgewiesen werden konnte? Als eine der ältesten kultivierten Getreidearten – sie wurde schon vor rund 15 000 Jahren angebaut und domestiziert – etablierte sie sich über die Jahrtausende als wichtiges Grundnahrungsmittel und wird in fast allen Teilen der Welt angebaut. Gerste gedeiht zwar am besten auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden, aber sie kann auch unter weniger günstigen Bedingungen wachsen – auch weil sie extrem anpassungs- und widerstandsfähig sowie wenig fordernd ist, was ihre Ansprüche an Boden und Feuchtigkeit angeht.

«Gerste stärkt, nährt und begeistert seit Jahrtausenden.»

Es werden zwei Arten von Gerste unterschieden: Sommer- und Wintergerste. Letztere wird im Herbst ausgesät und überwiegend als Tierfutter verwendet. Erstere wird im Frühling ausgesät und kommt in der Alkoholherstellung, insbesondere bei Bier, aber auch in Gerichten wie Suppen zum Einsatz. Die Gerste kann aber mehr als nur Suppe. In der Küche findet die Gerste in vielfältiger Weise Verwendung. Sei es als Rollgerste, als Flocken im Müsli oder in Salaten. Gerste kann hervorragend mit verschiedenen Gemüsesorten, wie zum Beispiel Rüebli, zu herzhaften Eintopfgerichten kombiniert werden. Oder als Gerstenwasser – ein uraltes Heilmittel: nahrhaft und erfrischend zugleich. 

Geste enthält namentlich auch viele Mineralien, die für die Knochengesundheit gut sind.

Gesundheitsfördernde Eigenschaften
Gerste ist eine pflanzliche Eiweissquelle. Ihr werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Ein gesundheitlicher Effekt ist bereits nach drei Tagen des Verzehrs feststellbar. Forschende führen dies auf bestimmte Ballaststoffe in der Gerste zurück. Es gilt jedoch nicht, mehr Bier zu trinken. Die gesundheitsfördernde Wirkung der Gerste wird durch den Alkohol nämlich zunichtegemacht. Und Achtung: Die Gerste ist nicht glutenfrei.

Gerste … senkt den Cholesterinspiegel und fördert die Herzgesundheit
Gerste hat einen hohen Anteil an Beta-Glucanen. Diese haben eine nachweislich cholesterinsenkende Wirkung. Dadurch trägt die Gerste zur Verdauungsförderung bei und verringert den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel sowie die Wahrscheinlichkeit von Herzkrankheiten und Krebserkrankungen. 100 Gramm Gerstenkörner enthalten bis zu 5 Gramm Beta-Glucan, was dem 12-fachen Gehalt von Roggen und Weizen entspricht. 

Gerste lässt sich zu einem hervorragenden Gerstenrisotto verarbeiten. Das Rezept steht rechts.

… ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen
Im Vergleich zu anderen Getreidearten ist der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in Gerste höher. Zu den Nährstoffen zählen unter anderem Vitamin B1 – wichtig für das Nervensystem; Vitamin B3 – senkt das «schlechte» LDL-Cholesterin und erhöht das «gute» HDL-Cholesterin; Mangan – fördert den Energiehaushalt der Zellen; Phosphor – reguliert das Säure-Basen-Gleichgewicht; Magnesium – stärkt das Herz und die Muskulatur; Zink – fördert die Wundheilung; Kalium – ist für die Regulation des Wasserhaushaltes verantwortlich; Eisen – ist wichtig für die Energiegewinnung.

… stärkt die Darmflora
Es ist allgemein bekannt, dass eine gesunde Darmflora nicht nur dem Darm, sondern auch der Gesamtgesundheit zugutekommt. Beta-Glucane sind aufgrund ihrer quellenden Eigenschaften ebenfalls vorteilhaft für die Darmgesundheit, da sie die Darmbewegung und damit die Verdauung fördern. Die Ballaststoffe dienen zudem als Nahrung für die erwünschten Darmbakterien und fördern damit deren Wachstum. Ballaststoffe aus Gerste können dazu beitragen, die Regelmässigkeit zu unterstützen und Verstopfung vorzubeugen.

… hilft beim Abnehmen
Gerste kann aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts und ihrer geringen Kalorienanzahl eine Unterstützung beim Abnehmen sein. Die hohe Menge an Ballaststoffen sorgt für ein über längere Zeit anhaltendes Sättigungsgefühl, wodurch die Kalorienzufuhr verringert wird. Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Magen langsamer entleert und Zucker weniger schnell aufgenommen wird. Dadurch wird es möglich, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Heisshungerattacken zu vermeiden.

… unterstützt die Knochengesundheit
Mineralien wie Kalzium, Phosphor und Magnesium sind wichtig für die Erhaltung starker und gesunder Knochen. Um die Knochenentwicklung zu fördern und das Risiko von Knochenbrüchen zu reduzieren, ist es über die gesamte Lebensspanne hinweg notwendig, diese Mineralien in ausreichendem Masse aufzunehmen. Ausserdem weist Gerste Silizium auf, das eine Rolle spielt bei der Bildung von knochenverbindendem Kollagen, das die Haltbarkeit und Flexibilität der Knochen verbessert.

«Gerste fördert die Gesundheit in vielerlei Hinsicht.»

… hat eine entwässernde und fiebersenkende Wirkung
Gerste gleicht den Wasserhaushalt im Körper aus und besitzt die Fähigkeit, Schleim und überschüssige Feuchtigkeit aus dem Körper auszuleiten beziehungsweise zu entfernen.

 

Gerstenrisotto

Rezept für 4 Personen

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 160 g Rollgerste
  • 1 dl Weisswein
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Gewürznelken
  • 1 TL Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • 4 dl Gemüsebouillon
  • 3 EL Hartkäse, gerieben

Zubereitung
1 EL Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Die Gerste einstreuen und mit Weisswein ablöschen. Die Gewürze und die Bouillon beifügen. Aufkochen und auf kleinster Stufe zugedeckt 1 Stunde ziehen lassen.

Mit den restlichen 2 EL Olivenöl und Hartkäse abschmecken, wie Risotto in Suppentellern servieren.

Die Menge ist für 4 Personen als Beilage gedacht und reicht für 2 Personen als Hauptgericht.


Rolf Hiltl , 192 Seiten, 22,5 × 26,5 cm
ISBN 978-3-03922-141-7, CHF 59.– | EUR 59.–

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